Schmerz lass nach
Beschwerdefrei durch Schlingentherapie

Rückenschmerz ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme – mit stetig steigender Tendenz. Schmerzen im Lendenwirbelbereich betreffen die gesamte Bevölkerung, vor allem aber Frauen zwischen 40 und 80 Jahren. Oft ist der Schmerz unspezifisch, also nicht eindeutig einer einzigen Ursache zuzuordnen, sondern Folge von Überlastung, falscher Beanspruchung und Muskelverspannungen. Aber auch Fehlstellungen von Gelenken können zu unspezifischen Schmerzen im Lendenwirbelbereich führen. Sportwissenschaftler Jörn Lükens vom Praxisinstitut NAS erläutert, welche Bedeutung die tiefliegende Rumpfmuskulatur, Nerven und Bindegewebe für eine erfolgreiche Therapie haben.

Mit Schlingentherapie Münster Rückenschmerzen aktiv angehen

Um dauerhaften Rückenschmerz erfolgreich zu behandeln, muss man das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Skelett, Bindegewebe und Nerven verstehen.

Stabile Wirbelsäule durch tiefliegende Muskulatur

Das stabilisierende System im Lenden-Becken-Bereich besteht aus drei Subsystemen, die im gesunden Zustand harmonisch interagieren – dem ansteuernden Nerven-, dem passiv stabilisierenden Knochen- und dem aktiv stabilisierenden Muskel-Subsystem. Sie bilden zusammen eine funktionelle Einheit, können Kräfte übertragen und Bewegungen initiieren. Noch bevor eine Bewegung statt
findet, wird eine neuromuskuläre Ansteuerung aktiviert, die die Wirbelsäule aktiv stabilisiert und damit vor nichtphysiologischen Bewegungen schützt. Rezeptoren, die sich im faszialen sowie im muskulären System befinden und damit eine enge Verbindung zu knöchernen und gelenkigen Anteilen darstellen, geben ständig Informationen der verschiedenen Wirbelsäulenabschnitte an das zentrale Nervensystem weiter. Fehler in einem Subsystem können bis zu einem gewissen Maß durch ein anderes ausgeglichen werden. Sind die Einschränkungen jedoch zu hoch, kann es zu Reizungen neuraler oder schmerzempfindlicher Bereiche kommen, die ggf. Schmerzen auslösen können.

Eine besondere Bedeutung für die Stabilisierung der Wirbelsäule kommt dem horizontalen Bauchmuskel zu. Er ist der tiefste der oberflächlichen Bauchmuskeln. Die wichtige rumpfstabilisierende Funktion erhält er durch sein Zusammenspiel mit der großen Rückenfaszie – einer muskulären Bindegewebshülle, die den Körper stützt und formt und für reibungslose Bewegungsabläufe zuständig ist. Durch seinen Verlauf um den Bauchraum herum kommt dem horizontalen Bauchmuskel eine Schlüsselfunktion für die Kraftübertragung zu. Zugleich ist er der effektivste Muskel für die Kontrolle der Lendenwirbelsäulenkrümmung durch seinen großflächigen Ansatz an allen Lendenwirbelkörpern. Der horizontale Bauchmuskel bereitet den Körper auf die Bewegung vor und schützt ihn so vor Verletzungen. Selbst, wenn Probanden lediglich die Muskulatur der Oberarme bewegten, war der horizontale Bauchmuskel stets der erste, der eine messbare Aktivität aufwies: Er ist der erste, der anspringt und aus der Tiefe heraus Spannung aufbaut, um den Rumpf zu stabilisieren.

Kurzer Schmerz – langfristige Folgen

Schmerzen verändern die muskulären Bewegungsmuster. Gleichzeitig können aber auch Änderungen in der Muskulatur zu Schmerzen, einer erhöhten Aktivität einzelner Muskeln bis hin zum Verkrampfen und einer eingeschränkten Wirbelsäulenbeweglichkeit führen. Diese Änderungen im Bewegungsmuster sollen den verletzten Bereich schonen und einen erneuten Schmerz verhindern. Studien belegen, dass diese Veränderungen der Muskelaktivität auch nach einer erfolgreichen Schmerzbehandlung bestehen bleiben: Selbst minimale, kurzzeitige Schmerzen können also lange Konsequenzen im muskulären Zusammenspiel und der motorischen Kontrolle nach sich ziehen.

Schlingentherapie bei Lendenwirbelsäulenschmerzen Gerade bei der aktiven Ansteuerung des horizontalen Bauchmuskels ist es besonders wichtig, dass die Patienten genau angeleitet werden, da die Spannung dieses Muskels – anders als bei einem Extremitätenmuskel – von außen nicht ersichtlich ist. Das gilt auch für die Schlingentherapie, die ein gezieltes Training im sensomotorischen Bereich darstellt und den Muskel durch eine isolierte Aktivität in sein eigentliches Kontraktionsmuster zurückbringt. Wird der Patient in eine spezifische, fein dosierte Schlingeneinstellung in Bauchlage gebracht, wird dadurch der Rückenstreckmuskel entlastet, während tiefliegendere Rückenstabilisatoren und der horizontale Bauchmuskel vermehrt arbeiten müssen, und sich die
Kraft auf die tiefliegende Faszienschicht überträgt. Damit löst dieser Bauchmuskel durch seine Kontraktion über die Faszienschichten immer wieder neue Impulse aus, die zu einer neuromuskulären Anpassung führen. Auch bei einer Minderbewegung zwischen den Faszienschichten in der Lendenwirbelsäule aufgrund von Bewegungsmangel kann eine Schlingentherapie helfen.

Durch die Einstellung im Schlingensystem und die variable Aufhängung in den Seilen werden die oberflächlichen Muskeln immer wieder neu angesteuert. Es findet ein intramuskuläres Koordinationstraining statt, dem eine variable Beanspruchung der einzelnen Muskelfasern zugrunde liegt. Es entstehen immer wieder neue Spannungsimpulse, die sich aus den aufgehängten Beinen bis in die obere Extremität fortführen können. Bei stark trainierten Patienten kann man die Defizite der tiefliegenden Stabilisatoren oft nicht erkennen, da sie über sehr gute Kompensationsmuster verfügen und die Arbeit dieser Stabilisatorenwahrscheinlich kurzzeitig von oberflächlichen Stabilisatoren übernommen wird. Ein neurofasziales Training kann dabei helfen, diese Stabilisatoren wieder in ihre Bewegung zu integrieren und so eine Schmerzfreiheit bzw. eine länger anhaltende Aktivität der oberflächlichen Stabilisatoren zu gewährleisten.

Rückenschmerzen aktiv mit Schlingentherapie Münster angehen

 

Gesund in Münster, Autoren Marlies Hinsch und Tim Rosen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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